ie Ortsgemeinde Gebhardshain, die zur gleichnamigen

Verbandsgemeinde zählt, liegt im Kreis Altenkirchen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Gemarkung ist 594 Hektar groß, davon sind rund 80 Prozent land- und forstwirtschaftliche Fläche. Der Ort liegt auf einem Höhenzug, etwa 410 Meter über dem Meeresspiegel, und ist klimatisch geprägt vom reizvollen Westerwälder Mittelgebirgsklima.

Die geschichtlichen Ursprünge reichen ausweislich urkundlicher Erwähnungen zurück in das Jahr 1220 n. Chr.. Damals gehörte das Gemeinwesen dem Adelsgeschlecht derer von Gevertzhagen und zählte zum Herrschaftsbereich des Grafen von Sayn, der 1378 den Kurfürsten von Trier als seinen Lehnsherren anerkannte, womit Gebhardshain nicht nur zur Diözese Trier, sondern auch zum weltlichen Herrschaftsgebiet des Erzbischofs von Trier gelangte.

Katholisch blieb das Sayner Grafengeschlecht bis zum Jahre 1560. Dann wechselten die Bewohner mit den jeweiligen Landesherren auch die Religion. Dem wurde nach dem 30jährigen Krieg durch die Herrschaften von Freusburg ein Ende gesetzt. Katholiken und Protestanten wurden gemeinsam Eigentümer der Kirchen und Kirchengüter. Erst 1859 endete das Simultaneum, wodurch im Laufe der Zeit zwei Gotteshäuser der Katholiken und evangelischen Christen entstanden. Heute sind etwa zwei Drittel der Bevölkerung katholisch und etwa ein Drittel der Bevölkerung evangelischen Glaubens.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte man hier wie überall im Westerwald in ärmlichen Verhältnissen von Ackerbau und Waldwirtschaft. Erst der Erzbergbau und das Hüttenwesen brachten die Industrie in den Westerwald. Das Ende der Bergbauära wurde endgültig Mitte der 60iger Jahre durch Schließung der letzten heimischen Eisenerzgruben besiegelt. Seitdem wird die wirtschaftliche Entwicklung von mittelständischen Betrieben, Handel und Dienstleistungsgewerbe geprägt.

ie Einwohnerzahl in Gebhardshain entwickelt sich kontinuierlich aufwärts. 1950 zählte die Ortsgemeinde 1043

Einwohner, 1975 waren es bereits 1712 Einwohner und derzeit beheimatet der Ort ca. 1900 Menschen.

Gebhardshain liegt im Viereck der Mittelzentren Altenkirchen, Betzdorf, Hachenburg und Wissen. Der Ort hat Mittelpunktfunktion in der Verbandsgemeinde. Gebhardshain verfügt über eine komplette sehr abgerundete Infrastruktur mit zentralen Aufgaben.

Die Gemeinde ist Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung und verfügt über eine Regionale Schule, die bis zur Mittleren Reife führt, sowie eine Grundschule und eine moderne, kindgerechte viergruppige Kindertagesstätte. Im Ort befindet sich auch das einzige Altenpflegeheim der Verbandsgemeinde, das St. Vinzenzhaus mit 68 Pflegebetten, davon 12 Kurzzeitpflegeplätzen und 8 gerontopsychiatrische Pflegeplätzen. Die Pflegekonzeption ist fortschrittlich und abgestimmt mit dem Kuratorium Deutscher Altershilfe.

In Gebhardshain befinden sich zentrale Sportanlagen, die Schulsporthalle ( mit einem modernen Fitnessstudio) und weiterhin eine Großsporthalle. Daneben liegt das Sportplatzgelände mit Fußballfeld, Leichtathletikwettkampfanlagen und einer Trainingswiese. Angrenzend befindet sich das Umkleide- und Vereinsheim des Sportvereins DJK Gebhardshain und die Tennisanlage der SG-Westerwald mit Clubhaus und vier Aussenplätzen, ausserdem das Vereinszentrum der SG Westerwald mit modernem Fitnessstudio.

Im Ort gibt es eine attraktive eingegrünte Freizeitanlage mit Festplatz und Aussenspielgelände. Für Freunde des Schießsports bietet die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft eine Schießsportanlage mit Schützenhaus.

Die Ortsgemeinde verfügt weiterhin über eine Grillhütte und drei Kinderspielplätze. Es gibt 2 Büchereien in katholischer und evangelischer Trägerschaft mit einer großen Auswahl von Büchern und weiteren Medien.

In kommunaler Trägerschaft befindet sich der Friedhof.

nter Denkmalschutz stehen die romanische, 3-schiffige
katholische Pfarrkirche "St. Maria Magdalena" im byzantinischen Basilikastil, sowie die evangelische Kirche und im Ortskern zwei weitere private denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, das Haus Schuster und der "Westerwälder Hof".
Seit 1999 verfügt Gebhardshain über ein schmuckes Bürgerforum, das durch die Restaurierung und den Umbau eines ortsbildprägenden Jugendstilgebäudes, dem früheren Hotel Kaus, geschaffen werden konnte. In dem Objekt sind unter anderem untergebracht ein Saal für Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen und weitere kulturelle oder öffentliche Veranstaltungen, sowie festliche Anlässe und

Feiern, daneben ein Empfangs- und Sitzungsraum, sowie das Bürgerbüro, ein Jugendraum, der in Eigenleistung eingerichtet und selbst verwaltet wird, sowie ein Dorfmuseum, das in Eigeninitiative durch die Gebhardshainer Heimatfreunde e.V. errichtet und betrieben wird.

Der Gebhardshainer Ortskern wurde aufgrund eines Dorferneuerungskonzeptes seit Ende der 80iger Jahre saniert, verkehrsberuhigt und mit zahlreichen Baum- und Pflanzstandorten begrünt.

Hiermit verbunden war auch eine Aufwertung des gewachsenen Einzelhandels mit allen Gütern des täglichen Bedarfs wie z. B. Lebensmittel, Bekleidung und Drogerieartikeln, sowie einem breiten Dienstleistungsspektrum und Gastronomie, Speiselokalen, Banken, Versicherungen, Allgemeinärzten, Massage- und Physiotherapiepraxen, einem Zahnarzt, einer Apotheke und Postagentur. Weiterhin gibt es zwei große Verbrauchermärkte, eine Tankstelle und im Gewerbegebiet finden sich zahlreiche Handwerksbetriebe und Firmen. Gab es früher zahlreiche landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe, so gibt es heute nur noch einen Vollerwerbslandwirt.

ie Waldflächen werden bewirtschaftet von zwei

Haubergsgenossenschaften (Katzenbusch und Spielstück) und einer Waldinteressentenschaft. Naturfreunde können ein ausgedehntes beschildertes Wanderwegenetz und im Winter Langlaufloipen und einen mobilen Skilift nutzen.

Die Gebhardshainer Bevölkerung hat ein reges und breitgefächertes Vereinsleben aufgebaut, dass eine Vielzahl von Aktivitäten insbesondere im sportlichen und kulturellen Bereich bietet. In einer eigens erstellten Broschüre wird eine Übersicht über verschiedene Angebote örtlicher Vereine und Gruppierungen ergänzt mit Anschrift und Telefonnummer des jeweiligen Ansprechpartners gegeben. Viele Traditionen werden gepflegt, wiederkehrende Großfeste und feierliche Veranstaltungen sind vor allem Karneval, Kirmes / Schützenfest, sowie der große Herbstmarkt als einzige überörtliche Marktveranstaltung der Verbandsgemeinde. Zusätzlich gibt es alljährliche Theateraufführungen der Gebhardshainer Heimatfreunde e.V..

Eine kommunale Partnerschaft wird seit 1990 mit der thüringischen Gemeinde Kreuzebra im Eichsfeld gepflegt. Belebt wird diese Partnerschaft durch zahlreiche private und familiäre Kontakte sowie Vereinsaustausch.

Bereits seit Mitte der 80iger Jahre verzeichnete Gebhardshain herausragende Erfolge im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und Gebhardshain befand sich mehrfach unter den Kreissiegern, erhielt den Staatsehrenpreis in Silber des Landes Rheinland-Pfalz und wurde auf Bundesebene mit Bronze prämiert. Im Dorfwettbewerb 2000 wurde Gebhardshain in der Hauptklasse Kreissieger und erhielt Bronze im Landesentscheid Rheinland-Pfalz, im Jahr 2001 wurde Gebhardshain erneut Kreissieger der Sonderklasse.

Die Bevölkerung, Ortsgemeinde, Vereine und Gruppierungen werden sich auch in Zukunft dem Ziel verschreiben, Gutes im Ort zu bewahren, den Gemeinschaftssinn zu wecken und den lebens- und liebenswerten Ort weiter zu entwickeln.

 

Heiner Kölzer

( ehemaliger Ortsbürgermeister )